Erzgebirge
Das Erzgebirge gehört zu den längsten Gebirgszugen in der Tschechischen Republik, im Osten ist er mit der Tisské Passe und im Westen mit Plesné Passe begrenzt. Seine Gesamtlänge ist 130 km und in der Richtung Nordosten-Südwesten grenzt es den böhmischen Talkessel um. Ungefähr heutige Gestalt erhielt das Erzgebirge in Zenoman (vor 90 Mio. Jahren), wann durch Verschiebung der erzgebirgischen Erdscholle sog. Erzgebirgischer Bruch gebildet wurde. Endgültig wurde die Oberfläche in Pleistozen (vor 7 Mio. Jahren) modifiziert, wann durch Depression und Brüche die Querfaltung des Erzgebirges entstand. Auf der sächsischer Seite senkt sich das Gebirge allmählich, auf der tscheschischen Seite durchwegs in steilem Abstieg. Nicht zu breiter Bergrücken ist ziemlich flach. Über ihn ragen zwei beträchtliche Berge empor, und zwar Klínovec (1244 m ü M.) auf der tschechischen Seite und Fichtelberg (1214 m ü M.) auf der sächsischen Seite.
Die ersten Leute erschienen im Erzgebirgsvorland in Mesolit. Stetigere Besiedlung finden wir hier erst Ende der Bronzezeit, wann das Gebiet von Leuten der Knovizkultur besiedelt wurde (rund um das Jahr 1000 v. Chr.). Belegbar in den schriftlichen Quellen finden wir seit 9. Jh. im Erzgebirgsvorland auch Slawen, der Stamm von Sedličan wurde irgendwann im 10. Jh. Teil des böhmischen Staates. Seit 13. Jh. kam es schrittweise zur Besiedlung der höheren Lagen, besonders von der deutschen Bevölkerung.
Vegetation des Erzgebirges ist bis Höhe von 400 m mit Eichenbestand, bis 900 m mit Buchenbestand gebildet und ab 900 m erschtreckt sich die Fichtenzone. Eröffnung des Erzgebirges zum Norden bedeutet, dass das Klima auf dem eigenen Bergkamm rauher ist. In Hinsicht auf überwiegende Nord- und Westwinde, d.h. kalte und feuchte Winde, treten in diesem Gebiet häufige Nebel auf. Aus diesem Grunde wurden die Wälder in der Vergangenheit wesentlich beschädigt (Wind, Eislast, Nebel). Zur größten Beschädigung kam es in den 60.-80. Jahren des 20. Jhs., wann im Erzgebirgsvorland einige großen Braundkohlenheizkraftwerke gebaut wurden. Die Fichtenwälder mussten mit Mischwäldern und neuen beständigen Nadelholzarten ersetzt werden. Nach der Wende im Jahr 1989 kommt es dank strengen Umweltschutzgesezten zur rapiden Aufbesserung des Luftraumes im Erzgebirgsvorland und dadurch auch zur allgemeinen Wiederbelebung der Natur im Erzgebirge.
Loučenská Bergland ist eines der wertvollen Naturparks im Erzgebirge, das von dem Rat der Ústí Region im Jahre 2006 erklärt wurde. Der Park erstreckt sich auf einem Gebiet mit einer Fläche von 14 425 ha und 40% seiner Fläche bilden sog. Kernzonen, die zur Unterscheidung des Territoriums dienen, in dem sich die wertvollsten Lokalitäten befinden. Turistische Ausnutzung des Naturparks ist auf relativ hohem Niveau. Durch den Park führen 4 Naturlehrpfade, eine Reihe von Radfahrwegen, dort gibt es 5 Abfahrtskiareals, Skiloipen und ziemlich dichtes Netz von offiziell markierten Fußwanderwegen. Über Erklärung des Loučenská Berglands zu einem Naturpark entschied man mit einem Ziel, die natürliche, kulturelle und historische Merkmale des Orts zu wahren. Er dient zum Schutz der bewaldeten steilen Abhänge des Erzgebirges, die von tiefen Tälern mit zahlreichen Quellgebieten und Bächen gegliedert ist. Auf seinem Territorium befinden sich Kammpartien des Erzgebirges mit einer Mosaik von naßen bis torfigen Flächen, Torfmooren, flachen waldfreien Bachgefilden, Holzbeständen und Bergwiesen.





